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1 1/2 Wochen - dann geht's los - auf zu neuen Ufern

August 24, 2018

13 Jahre Abitur - was nun? Diese Frage stellen sich die Allermeisten und es gibt eine ganze Fülle von Angeboten. Auch ich stand vor dieser Frage und habe mich schon im vergangenen November dafür entschieden, für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Am 7. September werde ich für 10 Monate nach Gunjur in Gambia gehen.

 

Im Folgenden habe ich mal einige Fragen gesammelt (und beantwortet), die mir in den vergangenen Monaten oft gestellt wurden.

 

1. Was treibt dich an, für ein Jahr ins Ausland zu gehen?

 

Ich möchte gerne mal eine neue Kultur, ein neues Land, neue Leute kennenlernen. Das ist ja auch ganz förderlich für das weitere Leben. Außerdem wollte ich nach dem Abitur nicht direkt von der einen auf die nächste Schulbank, sondern ein Jahr mal etwas komplett anderes machen. Das hat sich jetzt am besten angeboten, wo ich noch an keinen Beruf etc. gebunden bin. Diese 10 Monate möchte ich auch dazu nutzen, um Ideen für meinen späteren Beruf zu sammeln. Meine Englischkenntnisse werden in dieser Zeit mit Sicherheit nicht schlechter werden.

 

2. Warum ausgerechnet Gambia und nicht USA oder Australien?

 

Ich wollte als kleines Kind schon immer mal nach Afrika. Afrika hat eine vielfältige Kulur, die ich gerne mal kennenlernen möchte. Auf Gambia ist meine Wahl deshalb gefallen, weil es dort nicht so viele Freiwillige wie in anderen Ländern gibt. Neben meiner Entsendeorganisation schicken zwei weitere deutsche Organisationen im Rahmen des weltwärts-Programmes Freiwillige nach Gambia (allerdings nicht nach Gunjur). Desweiteren gibt es noch mehrere Organisationen u.a. aus den USA, Finnland und den Niederlanden, die Freiwillige entsenden.

Ein Stück weit liegt die Wahl auf Gambia aber auch an der Entsendeorganisation, auf die ich im Verlauf des Textes nochmal zurückkomme.

 

3. Was sollte man über Gambia und Gunjur wissen?

 

Gambia ist mit das kleinste Flächenland in Afrika und in etwa so groß wie Hessen von der Fläche her. Es hat ca. zwei Milllionen Einwohner und ist komplett vom Senegal umgeben, liegt also in Westafrika. Besonderheit an dem Land ist, dass es sehr schmal ist (die größte Nord-Süd-Dehnung liegt bei 80 km) und sich entlang der beiden Ufer des gleichnamigen Flusses Gambia zieht. Das Land ist ca. 480 km lang.

 

Amtssprache ist Englisch. Es kann aber nicht jeder Englisch sprechen. Bis zum 18. Februar 1965 war es eine Kolonie des Vereinigten Königreichs. Der 18. Februar als Unabhängigkeitstag ist heute Nationalfeiertag. Später war Gambia Mitglied des Commonwealth, aus dem es aber nach Kritik an der Menschenrechtssituation in Gambia ausgetreten ist. Hauptstadt ist Banjul. Bezahlt wird in Gambia mit Dalasi. Größter Wirtschaftspartner ist seit langem schon China.

 

Präsident ist Adama Barrow seit Januar 2017. Er gewann im November 2016 überraschend die Präsidentschaftswahl gegen den langjährigen Amtsinhaber Yahya Jammeh. Unter Jammeh war Gambia autokratisch und außenpolitisch weitgehend isoliert. Die politische Lage scheint sich unter Präsident Barrow etwas zu entspannen. Er hat u.a. alle politischen Häftlinge freigelassen. Im Dezember 2017 war Bundespräsident Steinmeier als erstes deutsches Staatsoberhaupt überhaupt in Gambia zu Gast. Während seines Besuches traf er sich u.a. mit Präsident Barrow und besuchte ein deutsches Projekt in Banjul.

 

Ich werde in Gunjur sein, welches etwa 22.000 Einwohner hat und damit die neuntgrößte Ortschaft in Gambia ist. Gunjur liegt unweit der Atlantikküste. Dadurch ist die Fischerei dort sehr verbreitet. Der Ort ist überwiegend muslimisch geprägt. Es gibt dort auch eine christliche Kirche, die für ihren Gospel-Chor bekannt sein soll.

 

4. Was wirst du dort machen?

 

Ich werde in einer weiterführenden Schule (secondary school) in Gunjur an vier Tagen in der Woche als Unterrichtsassistenz tätig sein. In welcher Jahrgangsstufe und in welchen Fächern dies sein wird, weiß ich noch nicht. Das wird sich vor Ort ergeben. Das Schulsystem in Gambia ist in etwa mit dem aus dem Vereinigten Königreich vergleichbar.

 

Einen Tag pro Woche werde ich zusammen mit den beiden anderen Freiwilligen von VolNet auf dem Vereinsgrundstück "Benna Kunda" verbringen. Das liegt etwas außerhalb von Gunjur und ist ein beliebter Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Der Ort bietet u.a. ein Volleyballfeld, einen Kicker, ein Baumhaus und viel Platz für weitere Aktivitäten und Angebote. Wir werden Projekte und Angebote entwickeln und uns zudem auch um die Grundstückspflege kümmern. Einen kleinen Garten soll es dort auch geben.

 

Weitere Informationen dazu sind unter https://volnet.eu/aktiv-in-gambia/benna-kunda/ zu finden.

 

Ich werde in Gunjur in einer Gastfamilie unterbracht sein.

 

5. Wer schickt dich da eigentlich hin?

 

Meine Entsendeorganisation ist VolNet e.V. Diese schickt seit 2005 Freiwillige in soziale Projekte nach Gambia. Seit einigen Jahren werden auch nach Uganda und Peru Freiwillige entsendet. VolNet ist ein kleiner Verein aus Berlin, der zum größten Teil von Ehrenamtlichen unterhalten wird. Der Verein veranstaltet einmal im Jahr ein Spendentriathlon und eine Jahresveranstaltung.

 

In diesem Jahr gibt es bislang fünf VolNet-Freiwillige. Weitere könnten im Dezember für ein halbes Jahr folgen. Dazu kann man sich bis Ende September noch bei VolNet bewerben.

 

Ziel des Freiwilligendienstes ist laut dem Verein, dass das gegenseitige Lernen und der interkulturelle Austausch in Vordergrund stehe. Man wolle mit dem Perspektivwechsel erreichen, dass Achtung und Toleranz für andere Sichtweisen und Wahrheiten erreicht würden. Dies dient dazu, seine eigene Kultur und Gewohnheiten zu refelktieren und zu hinterfragen.

 

Weitere Informationen unter https://volnet.eu/

 

Die Partnerorganisation vor Ort ist VolNet Gambia. Der Verein betreibt u.a. das vereinseigene Grundstück Benna Kunda. Der Verein hat in Zusammenarbeit mit dem deutschen Verein mehrere hochinteressante Dokumentationen gedreht. Diese könnt ihr unter https://www.youtube.com/user/volnetev finden.

 

Während meines Freiwilligendienstes werde ich mehrere Ansprechpartner und Mentoren in Deutschland und Gambia bei VolNet haben, die größtenteils früher selber einen Freiwilligendienst in Gambia absolviert haben. Mit diesen werde ich vor, während und nach dem Freiwilligendienst im Austausch stehen, damit dieser möglichst reibungslos funktioniert. 

 

Der Freiwilligendienst wird über das weltwärts-Programm des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung organisiert und finanziert. 75% der Kosten trägt das Programm, 25% muss der Verein selber übernehmen. Über eine Spende für VolNet wäre ich euch daher sehr dankbar. Weitere Infos dazu erhaltet ihr bei mir per Mail.

 

Das Weltwärts-Programm gibt es seit 2008. Pro Jahr werden ca. 3500 junge Leute im Alter von 18 bis 28 Jahren in Länder des globalen Südens entsendet. Damit sind Entwicklungs- und Schwellenländer gemeint. Es werden nach Afrika, Asien, Südamerika und in den Nahen Osten (Sri Lanka) weltwärts-Freiwillige entsendet. Bis 2017 wurden ca. 30.000 Freiwillige vermittelt.

 

Im Mittelpunkt des Programms steht das globale Lernen und der Nord-Süd-Austausch und seit einigen Jahren auch der Süd-Nord-Austausch. Das beudeutet, dass Freiwillige aus dem globalen Süden für ca. ein Jahr einen Freiwilligendienst im globalen Norden absolvieren.

 

Weitere Informationen dazu unter https://www.weltwaerts.de/de/

 

6. Wie wurdest/wirst du auf den Freiwilligendienst vorbereitet?

 

Vor Kurzem hatten wir in Wünsdorf unweit von Berlin ein neuntägiges Vorbereitungsseminar mit 14 Freiwilligen, wovon vorraussichtlich 13 nach Afrika und eine nach Südamerika gehen wird. Zu dem Seminar kamen neben den VolNet-Freiwilligen noch weitere von anderen Organisationen, die ebenfalls weltwärts-Freiwillige entsenden.

 

Auf dem Seminar wurden wir für viele Themen und Aspekte sensibilisiert; u.a. Umgang mit Kindern und Jugendlichen, Konflikte (die garantiert kommen werden), Herausforderungen, Kulturschock, Auftreten und Wahrnehmung als Europäer in Afrika. Es hat sehr viel Spaß gemacht und wir hatten einen großartigen Teamspirit, trotz der heißen Temperaturen von ca. 36°C (so warm wird es selbst in Gambia meistens nicht!).

 

Das Seminar ist Teil des weltwärts-Programms, zudem noch ein Begrüßungs-, Zwischen und Nachbereitungsseminar gehören.

 

Zur Vorbereitung gehört natürlich auch die Gesundheit. Ich habe einige Impfungen (u.a. Gelbfieber) und Beratungen hinter mir. Ich bin somit bestmöglich auf eventuelle Krankheiten (wozu es hoffentlich nicht kommen wird) vorbereitet.

 

Einen Part nimmt trotz der Verständigung auf Englisch auch das Lernen einer neuen Sprache ein. In Gambia sind neben Englisch noch einige Regionalsprachen gängig. In Gunjur ist das Mandinka, welche ich momentan lerne. Für mich ist es allein schon aus Respekt selbstverständlich, dass ich zumindest ein paar Brocken der Regionalsprache beherrschen sollte.

 

 

7. Was wirst du - Stand jetzt - am meisten an Deutschland vermissen?

 

Auf jeden Fall Freunde und Familie! Und ein bisschen auch die Arbeit an meinem Geschichtsprojekt. Aber das Jahr dient ja auch dazu, um zum einen eine Menge neuer Freunde zu finden und zum anderen Dinge wertschätzen zu lernen, die man jetzt als selbstverständlich erachtet. Ich werde euch auf jeden Fall berichten, was das sein wird!

 

 

Das waren jetzt einige Fragen, die ich seit der Zusage im Januar oft gehört habe. Wenn ihr noch weitere Fragen habt - was auch immer es sein mag - könnt ihr mich jederzeit per Mail oder auf den anderen Kontaktwegen anschreiben.

 

 

Ich freue mich auf jeden Fall täglich immer mehr auf die Zeit in Gambia und werde euch hier auf diesem Blog regelmäßig davon berichten. Viel Spaß bei Lesen! :)

 

Bildquelle: pixabay.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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