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Der Silvester Tag und die Neujahrestage - Abwechslungsreich hoch zehn

January 6, 2019

Der 31. Dezember - der letzte Tag im Jahr 2018. Ich war den ganzen Tag auf Achse. Gegen Mittag ging es zusammen mit den anderen drei Freiwilligen los. 

Im hektischen Brikama haben wir einen kurzen Stopp eingelegt, um das Bustaxi zu wechseln. Solche haben im Übrigen keine festen Abfahrtszeiten und fahren immer nach Bedarf. So muss man meist nie mehr als 5 Minuten auf ein solches Bustaxi warten. Für uns ging es weiter Richtung Aboko Nationalpark. Ich würde das ganze Anwesen, das am Rande eines Highways zwischen Brikama und Serekunda liegt, eher mit einem wilden Zoo vergleichen.
Für einen Eintritt von 35D konnte man eine ganze Reihe kleiner Affen, Krokodile, Bären und große Vögel sehen. 

Der kleine Freund hat sich gerad was zu Essen gesucht.

 

Der Park wurde in den 80ern von einem Briten aufgebaut. Es ist auch möglich, sich von einem Guide durch den Park führen zu lassen.

In diesem sumpfigen Tümpel sollen sich angeblich einige Krokodile tummeln. 

 

Der Park ist aber nicht nur wegen der Tierwelt wunderschön, sondern hat auch eine einzigartige und vielfältige Pflanzenlandachaft zu bieten.

 

Wir haben uns einige Stunden in dem  naturbelassen Park aufgehalten und uns danach aufgemacht zu unserem Schlafplatz in Serrekunda. Auf dem Weg dorthin konnte ich zweimal erfolgreich verhindern, dass mir meine Wertsachen gestohlen werden.

Nach einem sehr leckeren Abendessen bei Brot, Bohnen und schwarzem Tee haben wir uns gegen Abend mit Freunden getroffen und sind ins Senegambia Gebiet gefahren, um den Jahreswechsel zu feiern. Es war sehr sehr voll. Die Straßen waren geradezu verstopft mit Autos. Gefühlt halb Gambia hat sich aufgemacht in dieses kleine Gebiet, um ins neue Jahr zu kommen. 

 

Es gab kurz nach Mitternacht an mehreren Stellen Feuerwerk; besonders an den großen Hotels.  Wir sind gegen halb drei nach einem Mitternachtssnack zurück gefahren.

 

Nach einer Pause am Neujahrstag ging es sehr früh am 2. Januar weiter nach Banjul. Die Hauptstadt Gambias liegt auf der St. Mary's Insel und ist daher mit 30.000 Einwohnern nur die achtgrößte Stadt im ganzen Land. Viel weiter wachsen kann sie wegen der Insellage nicht. Deswegen wächst die nahegelegene Region um Serrekunda immer mehr. Zwischen den verschiedenen Orten gibt es nicht mehr allzuviel Platz. 

 

Das Bild der Innenstadt Banjuls ist geprägt von mehrstöckigen, eher alten Häusern. 

Ein Relikt aus der Kolonialzeit, als Banjul  Verwaltungszentrum der Besatzer war. Auch heute sind große Teile der Regierung mit Vertretungen präsent. Die Architektur ist insgesamt noch sehr aus der Zeit von vor 1965 geprägt. 

Ich habe dort die katholische Kirche (Bild oben) , vermutlich die größte im ganzen Land, sehen können.

 

Auch die anglikanische Kathedrale Gambias war nicht weit entfernt.

 

Auffällig an Banjul war, dass es dort Bürgersteige gibt. Solche habe ich in den anderen Orten und Städten bislang eher nicht sehen können. Wir haben uns aber nur kurz in der kleinen Hauptstadt aufgehalten und uns zum Fährterminal am Hafen aufgemacht.


Wir hatten das große Glück, direkt auf die volle, funktionstüchtige Fähre zu kommen. Normalerweise dauert es eine ganze Weile, bis man sonst auf eine drauf kommt. Über den River Gambia, den wir mit der Fähre überquert haben, gibt es bis jetzt keine Brücke. Eine solche wird aber in Kürze im Landesinneren eröffnet. 

So waren wir nach 30 Minuten recht schnell auf der anderen Flussseite in Barra. 

Dort wurden wir bereits von jemandem erwartet, der uns zu unser Lodge bringen wollte. Wir dachten, dass es die Möglichkeit gibt, mit einem Bustaxi zur Lodge zu gelangen. Weit gefehlt! Eine Straße gibt es zu der Feel Free Lodge nahe des Niumi National Parks direkt am Atlantik nicht. Zunächst haben wir eine breitere Wasserstelle mit einem Floß überquert.

 

Mit dem Motorrad wurden wir in zwei Etappen zu der Lodge gebracht. Ein wenig abenteuerlich. Aber nach jeweils 15 Minuten Fahrt direkt am Strand sind wir alle sicher an der sehr ruhig gelegenen Feel Free Lodge angekommen.

 

Weit und breit nur Strand und Natur. Keine anderen Lodges. Keine Dörfer. Keine anderen Menschen. Komplette Ruhe. Nur das Meer, Strand und die  anderen Gäste der kleinen Lodge.

Für mich war es ein Traum! In einem solchen kleinen Häuschen ausgestattet mit einem Doppelbett, Moskitonetz Badezimmer und Elektrizität lässt es sich super aushalten. Im Preis war auch ein reichhaltiges Frühstück mit dabei. Auch andere Mahlzeiten sind natürlich verfügbar. 

 

Aus der Lodge braucht man nur wenige Schritte heraus machen, um am weitläufigen Strand zu sein. Ich habe mich nach der Ankunft erstmal eine ganze Weile an den Strand gesetzt und die wunderschöne Aussicht und das Meeresrauschen genossen. 

Wie ihr seht, weit und breit nix. Man kann locker bis in den Senegal gucken. 

Auch den Sonnenuntergang habe ich am Strand verbracht. Einfach traumhaft! Was mich besonders erfreut hat, ist, dass man vollkommen zeitlos ist und gar keinen Zeitdruck hat.

 

Abends nach dem Abendessen haben wir uns noch ans warme Lagerfeuer gesetzt und den Tag ausklingen lassen. Der Blick ins hellbeleuchtete und hektische Senegambia Gebiet zeigte mir in diesem Moment nochmals, warum ich mich in der Lodge und auch im weit entfernten Gunjur wohlfühle. Es zeigte nahezu symbolisch den Kontrast, den es zwischen Deutschland und den Orten, wo ich hier in Gambia zumeist bin, gibt. Auf der einen Seite ist alles hektisch, viel Lärm,  beleuchtet, Zeitdruck und auf der anderen Seite die Ruhe, Gelassenheit und Zeitlosigkeit, die es auch in Gunjur manchmal gibt. 

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir zusammen mit Mitarbeitern der Lodge auf einer Eselskarre ganz entspannt losgefahren in den senegalesischen Teil von Jinack Island.

 

Dort angekommen haben wir für mehrere Stunden Muscheln gesucht und sind auch nach ein bisschen Suche und Graben im Sand am Strand reichlich fündig geworden. Weit und breit war dort nicht anderes außer das Meer mit lauwarmen, fast schon angenehmen Wasser. Das Zwitschern der Vögel auf einer nahegelegenen Sandbank und ein lauer Wind haben dann doch noch etwas wie eine Geräuschkulisse erzeugt. Wenn man zur richtigen Zeit dort ist und etwas Geduld und Glück mitbringt, sollen auch Delfine im Meer zu sehen sein. 

 

Direkt an dem Übergang zwischen Wasser und Strand gab es eine kleine Kante, wo sich viele Muscheln finden ließen. Am Ende hatten wir einen ganzen Eimer voll mit Muscheln.

 

Zurück in der Lodge angekommen wurden die Muscheln über dem Feuer in einem großen Topf für ca 10 Minuten gekocht. Anschließend haben wir dabei geholfen, das Innere aus den geöffneten Muscheln rauszupuhlen.


Als wir damit fertig waren, haben wir Salat und Gemüse geschnibbelt, etwas Öl und Gewürze dazugegeben und mit dem Muschelinneren vermischt. Fertig war ein super leckerer Salat! Selten so einen guten Salat gehabt! 
Es war bereits spät, als wir fertig waren mit dem Essen.

Am Lagerfeuer haben wir dem Feuer und der Trommelmusik, die eine ganz eigene Atmosphäre erzeugte, gelauscht und den Tag ausklingen lassen. 

Am nächsten Morgen ging es dann auch schon wieder zurück, schließlich geht am Montag die Schule wieder los. 
Auch die Rückfahrt zum Hafen nach Barra geschah wieder auf Motorrädern. Ein kleines bisschen riskant, denn eines der Motorräder musste mitten auf dem Weg anhalten, weil das Öl alle war. Das kurz darauf gekommene Motorrad hat das öllose Motorrad dann von hinten per Fuß des Fahrers angeschoben. Wir mussten ziemlich die Balance und gleiche Geschwindigkeit halten, damit es zu keinem Unfall kommt. Zum Glück alles gut gegangen!
Von Barra aus ging es zurück nach Banjul. Von der Fähre ließ sich die ehemalige Festung und heutiges UNESCO-Welterbe Fort Bullen gut beobachten. Dieses liegt direkt an der Flussmündung. 

 

Ebenfalls unübersehbar war vor der anderen Flussseite ein sogenanntes Karpowership unter türkischer Flagge, welches für die Stromversorgung im Großraum Banjul-Serrekunda zuständig ist. Dieses ist seit Mai 2018 an das Stromnetz angeschlossen. 

 

Nach ca 40 Minuten Überfahrt waren wir wieder wohlbehalten in Banjul, wo es dann mit einem Bustaxi nach Serrekunda ging. Von dort aus haben wir nach einer Odyssee durch die halbe Stadt ein Bustaxi nach Gunjur gefunden. Und so waren wir nach etwas mehr als 5 Stunden zurück in Gunjur. 

 

Alles in allem ein super Trip! Ich fühle mich jedenfalls sehr wohl hier und bin jetzt auch schon seit 4 Monaten hier. Die Halbzeit naht. Wie schnell die Zeit doch vergeht... 

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